Was einen Freigeist ausmacht

Leseprobe aus Kapitel 2.7: Aufwachen! Wo stehst du eigentlich?

In diesem Buch geht es darum, wie du wirkliche Freiheit erfahren kannst. Was bedeutet Freiheit für dich? Woran erkennst du Freiheit im Alltag? Bist du frei? Wenn du magst, nimm dir dein Buch zur Hand und notiere deine Ideen dazu, bevor du weiterliest.

Ganz sicher bedeutet Freiheit nicht, von allem und jedem unabhängig zu sein, keine Verantwortung zu übernehmen und immer das machen zu können, was du gerade willst. Das ist häufig die Vorstellung von Freiheit, die wir mit fünfzehn Jahren haben. Diese Vorstellung von Freiheit ist weder umsetzbar noch erfüllend, denn du bist ein getrenntes Wesen und könntest ohne andere kaum lange existieren. Menschen denken aber oft, dass sie vollkommen getrennt von anderen existieren. Deshalb fühlen sie sich ständig bedroht und in Gefahr, weil sie glauben, dass das was sie sind, nur sie betrifft, ihnen gehört und weggenommen werden kann. Doch das ist eine Illusion. Alles, was du im Außen in der Welt siehst und erlebst, Ereignisse, Menschen und Umstände, die sich für dich schrecklich oder abstoßend anfühlen, sind letztendlich ein Teil deines unterdrückten unbewussten Geistes — also ein Spiegel dessen, was in dir ist (ein Teil von dir, den du nicht wahrhaben willst). Freiheit erfordert Bewusstheit und kann auf jeden Fall nur dann entstehen, wenn kein Gefühl begrenzender Abhängigkeit oder Angst da ist – wenn du wählen kannst, eigene Entscheidungen triffst und das willst, was du tust.

Unbewusste Abhängigkeit von unseren Gedanken, Gefühlen und Reaktionen oder von Aussagen, Meinungen oder Verhaltensweisen anderer Menschen ist keine Freiheit. Wer frei ist, steht über seinem Ego. Er muss nicht ständig reagieren oder kämpfen und sein Ego bestätigen. Unangenehme Gefühle brauchen uns nicht aus unserer Zentriertheit zu bringen. Wer frei ist, ist nicht Sklave seiner Ansichten, Meinungen und Erwartungen, sondern hat sich aus der Gefangenschaft dieses Netzes befreit und lässt sich die Wahl in Bezug auf das, was er erschaffen will. Auch die Identifikation mit vergangenen Gescheh- nissen, Groll oder Schuldzuweisungen sperren dich ein, denn deine Aufmerksamkeit richtet sich auf etwas, was nicht mehr da ist, nicht verändert werden kann und was dir zusätzlich noch das gegenwärtige Erleben vergiftet. Wer nicht vergeben kann, ist unfrei, da er immer noch an der Vergangenheit klebt und nicht damit fertig werden kann, dass es nicht so gelaufen ist, wie sie oder er es sich gewünscht hat. Wenn du die Hoffnung aufgeben kannst, dass die Vergangenheit besser werden könnte, und du akzeptierst, dass Menschen unzulänglich sind und nur das tun können, was ihnen in ihrer Realität möglich ist, dann befreist du dich. Falls dir das noch schwerfällt, kann ich dich zuversichtlich stimmen. Diese Fähigkeit wirst du auf deiner Reise lernen.

Das aktuelle Erleben kannst du noch anders vergiften: Jede vorgefasste Ansicht über einen Menschen oder über eine Erfahrung verhindert die Erfahrung, da du an einer Vorstellung davon haftest. Schöpferisch tätig sein ist Freiheit. Das gelingt dir nur, wenn du einen guten Kontakt nach innen hast, denn nur so hast du Kontakt zu deinem höchsten Potenzial. Hast du keinen Kontakt nach innen, reagiert dein Papagei ständig mit erzwungenem und kontrolliertem Verhalten, da er zu Gehorsam, Konformität und äußerer Harmonie konditioniert worden ist.

Die WellenMUTIGE definiert sich nicht durch alte Prägungen und Geschichten, sie lässt …