Die Sache mit dem Glück

Leseprobe aus Kapitel 4.4: Die Reise zur Selbsterfüllung

Nun kommen wir zu einem sehr wichtigen Teil deiner Reise, nämlich zu deinem Weg zum Glück. Dazu ist folgende Erkenntnis wesentlich: Je durchlässiger das Ego, desto erfüllter kannst du leben! Man könnte auch sagen: »Kleines Ego – große Wirkung«. Mittlerweile kennst du den Papageien als Reisebegleiter schon ganz gut, denke ich. Für deine per- sönliche innere Glücksforschung sollten wir ihn noch ein wenig näher kennenlernen. Der zweite Vorname des Vogels ist Ego, erinnerst du dich? In der Psychologie wird es auch das Selbst genannt. Das Ego ist der Teil in dir, der sich durch greifbare Form definiert und den Raum nicht wahrnehmen kann. Man könnte auch sagen, das Ego ist eine begrenzte An- zahl an Denk-Fühl-Verhaltensstrategien und Gewohnheiten, bewussten und unbewussten Prägungsmustern im Gehirn. Dein Ego sichert dein Überleben als menschliche Form, ist immer in Bewegung, will Wissen anhäufen und erschafft.

Du hast ein Ego und bist das Sein.

Dein Ego bezieht sein Selbstgefühl zwar durch Form, ist aber trotzdem eine dynamische und keine statische Konstruktion. Da das Ego seine Energie, Vollkommenheit und Verbundenheit mit dem Ganzen nicht spüren kann, grenzt es sich von anderen ab und fühlt sich als getrenntes, unvollkommenes Wesen (die vier Geisteskrankheiten). Die Folge daraus ist ein ständiger Kampf um Selbstbehauptung, Angst vor Schwäche und Verletzbarkeit. Jeder Verlust, jede Ablehnung, jedes Versagen bedeutet für das Ego einen großen Verlust des Selbstgefühls. Jede Leere macht ihm Angst, seine Identität zu verlieren. Die subjektive Wahrnehmung und Berührung, die dein Ego mit der Realität hat, hält es für wahr, richtig und objektiv. Deshalb gibt es auch nicht schlimme oder weniger schlimme Probleme. Jeder Papagei leidet gleich unter seinen Problemen.

Natürlich ist dein Ego ständig damit beschäftigt, Abweichungen von seiner Realität und seinen Vorstellungen zu kommentieren. Dies kann Menschen, Resultate, äußere Umstände, Lebenssituationen und auch körperliche Wahrnehmungen betreffen. Es glaubt, der Widerstand dagegen sei Stärke. Da das Ego den Raum der Gegenwart als bedrohlich ansieht, versucht es ihm ständig zu entkommen, indem es das »Loch des jetzigen Erlebens« mit Gedanken um Zukünftiges oder Vergangenes stopft. Wie du weißt, ziehen diese Gedanken sekundäre Emotionen nach sich: Ärger, Angst, Wut, Stress und so weiter …